Alexa und der Datenschutz (DSGVO)

Alexa, Big Data, Conversational Apps

In Europa ist sie spätestens seit dem Inkrafttreten im Mai in aller Munde: Die Datenschutzgrundverordnung. 

Doch was schreibt die DSGVO vor und wie ist sie für Alexa und Co. relevant? In diesem Blogbeitrag werden die Grundzüge der DSGVO in ihrer Relevanz zu Voice User Interfaces erklärt und einige Datenängste unter die Lupe genommen, die momentan um Sprachassistenten wie Alexa kursieren. Ein eingebauter Datensicherheitsmechanismus wird vorgestellt und zum Schluss wird die Datenschutz-Situation Alexas mir der von anderen Technologien des Alltags verglichen. 

Inhalt: 

  1. Was ist die DSGVO und was schreibt sie vor? 
  2. Alexa und der Datenschutz: Ängste und Antworten
  3. Alexa vs. andere Alltagstechnologien
  4. Fazit 

1 Was ist die DSGVO und was schreibt sie vor?

Die DSGVO (in der englischen Urfassung GDPR oder General Data Protection Regulation) ist am 25. Mai 2018 in Kraft getreten und dient als einheitlicher EU-weiter Ersatz für das vorherige flickenmäßige Netz aus nationalen Datenschutzregeln in Europa. Die DSGVO garantiert das Recht auf Einsicht in die vom Unternehmen gesammelten Daten über die eigene Person, sowie das sogenannte Recht auf Vergessenwerden. Dieses gewährleistet, dass persönliche Daten auf Wunsch vollständig gelöscht werden. Die DSGVO schreibt zudem vor, dass Kundendaten nur dann standardmäßig gespeichert werden dürfen, wenn sie für den jeweiligen Verarbeitungszweck notwendig sind. Die Bestimmungen der DSGVO greifen, sobald Unternehmensdaten bestimmten Personen zugeordnet werden können. 

2 Alexa und der Datenschutz: Ängste und Antworten 

Es ist ein immer wieder geäußerter Einwand, wenn es um Alexa geht: „Alexa hört immer mit“. Und tatsächlich muss Alexa, um auf das Aktivierungswort reagieren zu können, die Geräuschkulisse permanent erfassen. Doch “immer zuhören” ist nicht gleich “immer zuhören”. Denn zur Erhöhung der Datensicherheit werden alle Eingaben, die das Mikrofon vor Erkennung des Wortes „Alexa“ aufnimmt, lokal auf dem Smart-Speaker verarbeitet und nicht ins Netz weitergeschickt. Erst die darauffolgenden Befehle werden in die Cloud weitergeleitet, damit sie dem jeweiligen Skill zugeordnet und dort verarbeitet werden können.

Viele Menschen machen sich auch darüber Sorgen, was Amazon mit ihren eingegebenen Sprachdaten macht. Während in der Alexa-App auf dem Smartphone oder Computer die Möglichkeit besteht, die eigene Eingabehistorie zu löschen, ist es momentan tatsächlich nicht klar, ob diese Aufnahmen hiermit auf den Amazon-Servern gelöscht werden. An dieser Stelle wird jedoch die DSGVO für Alexa und ihre Nutzer zur Chance. Denn Im Rahmen der Verordnung ist es auch bei Sprachassistenten gewährleistet, dass die gesammelten Audio-Daten auf Anfrage gelöscht werden müssen.

3 Alexa vs. andere Alltagstechnologien 

Wer nicht möchte, dass das eigene Musikhörverhalten, Kaufverhalten, App-Nutzungsverhaltenusw. gespeichert werden soll, der könnte meinen, dass Alexa mehr Daten einfordert, als man bereit ist, herzugeben. Doch bevor man sich entscheidet, sprachassistenzfrei den Alltag zu gestalten, sollte ein genauerer Blick auf die sonstigen Geräte und Services des täglichen Lebens gerichtet werden. Benutzen Sie etwa Google-Suchen, um Ihren Weg durch das Internet zu bahnen? Oder einen proprietären Browser, der ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt wird? Tragen Sie ein iPhone in der Hosentasche, auf der Apps Zugriff auf Kontaktdaten erhalten oder sogar auf Mikrofon und Kamera? 

Fazit 

Im Umgang mit neuen Technologien ist es ein Muss, bewusst zu agieren und aktiv zu erwägen, welche Daten man bereit ist, weiterzugeben, um effizienter zu arbeiten und sich das Leben einfacher zu machen. Wenn es um uns bisher unbekannte Technologien geht, wie für manche Alexa, gilt diese Maxime umso mehr.

Doch viele von uns haben längst akzeptiert, dass Google unsere Suchhistorie auswertet – dass der App-Store weiß, für welche Anwendungen wir uns auf dem Smartphone interessieren. Diejenigen, die sich dem Smartphone und anderen vernetzten Technologien der Gegenwart verweigern, mögen in der Konsequenz einen Grund sehen, um Sprachassistenten abzulehnen. Wer aber solche Technologien bereits in seinen Alltag integriert hat, der kann von Alexa und Co. nur profitieren.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie wirklich vertrauliche Gespräche neben einem Echo Gerät führen, können Sie das Mikrofon einfach ausschalten. Dann hört das Gerät auch wirklich gar nicht mehr mit. 

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